Freiraum

Freiraum ist alles Ungebaute – das ist die Landschaft, die Straßen und Wege, Plätze, bis hin zu Vorgärten und Hausgärten.

Wie ein Freiraum, in unserem Fall heute der Kirchplatz von Schruns, gelesen und genutzt wird, kann durch kleine bauliche Maßnahmen, wie z.B. morphologische Unterschiede, oder durch Materialänderungen beeinflusst werden.

Auch durch die Wahl der Bepflanzung und deren Platzierung können unterschiedliche Raumsituationen geschaffen werden.

Am Beispiel des Schrunser Kirchplatzes teilen die Kastanienbäume den Platz in zwei ungleiche Hälften. Die eine wird dadurch der Kirche zugewiesen. In der anderen lässt die Baumreihe fast eine Straßensituation entstehen.

Morphologische Differenzierung

Am Beispiel Gemeindeamt:

Der Zugang hebt sich vom Platz ab, es wird sozusagen nach oben geschritten. Eine alte, beliebte Maßnahme, um sich über sein Umfeld zu erheben. Dies ist auch bei der Kirche gut ersichtlich, hier wird damit aber auch das fallende Gelände ausgeglichen.

Dieses, sich über etwas erheben, ist heute nicht mehr up to date – einerseits bietet ein Amt Dienstleistungen an und ist kein Ort der Herrschaft mehr und anderseits sind diese Zugänge nicht barrierefrei.

Diese sich über etwas erheben ist auch bei den Privathäusern hinter der Kirche zu finden. Hier ist aber weniger das sich über etwas stellen, vielmehr wird dadurch eine gewisse Privatsphäre generiert. Es wird klar erkennbar, wo der private Raum beginnt, egal wie hoch sich der Eingang vom Platz erhebt. Diese Raumgrenze muss aber nicht zwangsläufig auch mit der tatsächlichen Grundstücksgrenze übereinstimmen.

Darüber hinaus können solche Stufen auch als Sitzmöglichkeiten genutzt werden.

Differenzierung durch Materialgebung

Vor dem Gemeindeamt wird durch einen Materialwechsel eine Art Vorplatz geschaffen.

Auch vor der Bank wird der Eingang klar durch einen Materialwechsel betont.

Die Betonung der zwei unterschiedlichen Raumhälften zwischen Kirche und der südwestseitigen Bebauung wird zusätzlich zu den Bäumen noch durch den Bundstein betont und diese Linienführung unterstützt die Wahrnehmung des Platzes als `Straßenfreiraum´.

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